In dieser Episode des Urban Future Talk diskutiert Bernhard Müller gemeinsam mit einem hochkarätigen internationalen Panel die zentrale Rolle von Wasser im urbanen Raum – sowie die politischen, ökologischen und kulturellen Herausforderungen rund um Zugang, Qualität und Kontrolle dieser lebenswichtigen Ressource.
Zu Gast sind Sir Tom Clarke, Astrid Rompolt, Neil Baxter und Dr. Elizabeth Gardiner, die ihre Perspektiven aus Politik, Stadtverwaltung, Infrastrukturgeschichte und Kunst einbringen.
Sir Tom Clarke eröffnet das Gespräch mit einem Rückblick auf den erfolgreichen Widerstand gegen die Privatisierung der Wasserversorgung in Schottland in den 1990er-Jahren. Als damaliger Shadow Secretary for Scotland schildert er die politische Mobilisierung und die Bedeutung eines Referendums, das eine breite öffentliche Unterstützung für Wasser in öffentlicher Hand sichtbar machte. Ergänzend werden die Erfahrungen aus England diskutiert, wo Privatisierungen langfristig ökologische und wirtschaftliche Probleme verursacht haben.
Astrid Rompolt beleuchtet das Wiener Modell des kommunalen Wassermanagements. Sie erklärt, wie die Stadt ihre alpinen Wasserquellen schützt, kontinuierlich in moderne Leitungssysteme investiert und sich gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels stellt. Im Fokus stehen Resilienz, der Ausbau von Wasserreservoirs und die Erneuerung der Infrastruktur für eine wachsende Stadtbevölkerung.
Neil Baxter gibt Einblicke in die historischen Wasserversorgungssysteme Glasgows und zeigt, wie diese die Stadtentwicklung geprägt haben. Er argumentiert für kontinuierliche öffentliche Investitionen und demokratische Kontrolle als Voraussetzung für langfristige Wasserqualität und Versorgungssicherheit.
Dr. Elizabeth Gardiner ergänzt die Diskussion um eine kulturelle Perspektive. Sie zeigt, wie Kunst, Storytelling und partizipative Projekte dazu beitragen können, Wasser als gemeinsames Gut sichtbar zu machen – und wie kreative Initiativen den gesellschaftlichen Wert von Wasser erfahrbar machen.
Gemeinsam diskutiert das Panel, wie Klimawandel, Privatisierungsdruck und soziale Ungleichheit zusammenwirken und warum eine nachhaltige, gerechte Wasserversorgung nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch der Kultur, Demokratie und öffentlichen Verantwortung ist.